Störfall-Information

Anlagenbeschreibung

Die Kläranlage Eisenstadt dient der Reinigung der, in den Mitgliedsgemeinden des Abwasserverbandes AWV Eisenstadt Eisbachtal (Gemeinden Müllendorf, Großhöflein, Eisentadt und Trausdorf an der Wulka) anfallenden kommunalen Abwässer. Die Anlagenkapazität der Kläranlage beträgt 54.000 Einwohnerwerte (EW).

Nach der Reinigung werden die Abwässer in den Vorfluter Eisbach eingeleitet, welcher über die Wulka in den Neusiedler See entwässert.

Die Reinigung des rohen Abwassers erfolgt in mehreren Anlagenteilen auf Basis mechanischer bzw. physikalischer (Zulaufhebewerk, Rechen, Sandfang), biologischer (Biomasse in Belebungsbecken) und chemischer Prozesse (Fällung von Phosphor durch Eisen-, oder Aluminiumprodukte). Dabei entsteht Überschussschlamm, der über eine 5 km lange Druckleitung zur Kläranlage Wulkatal, 7041 Wulkaprodersdorf, geleitet und dort in Reaktoren biologisch stabilisiert (ausgefault) wird. Die Schlammfaulungsanlage wird vom AWV Eisenstadt Eisbachtal gemeinsam mit dem Wasserverband Wulkatal betrieben. Im Zuge dieses Prozesses fällt Faulgas an, welches – in der Regel nach Zwischenspeicherung in einem Gasbehälter mit einem Volumen von 500 m3 – in zwei Blockheizkraftwerken (Strom und Wärme) verwertet wird.

Bezeichnung der Anlage und Standort

Abwasserreinigungsanlage (ARA) Eisenstadt
Gewerbestraße 6, 7000 Eisenstadt

Betreiber

ABWASSERVERBAND Eisenstadt Eisbachtal
Gewerbestraße 6, 7000 Eisenstadt

Auskunftspersonen und Notrufnummern

Obmann, Stadtrat Mag. Dr. Michael Freismuth
Ahorngasse 32, 7000 Eisenstadt
0664/3001058

Technischer Direktor DI Thomas Kögler
Jacob Rauschenfelsgasse 46, 7000 Eisenstadt
0664/88445132

02682/64501; office@awv-eisenstadt.at

Störfallanalyse

Interne Störfälle

  • Störfall bei Manipulation von Betriebsmitteln
  • Brand am Kläranlagengelände
  • Maschinenbruch
  • Rohrleitungsbruch

Externe Störfälle

  • Hochwasser
  • Stromausfall
  • Stoßbelastung der Kläranlage durch Störfall im Kanalnetz
  • Einleitung von wassergefährdenden, brand- und explosionsfähigen Schadstoffen aus dem vorgelagerten Kanalnetz

Potentielle Gefährdungsbereiche

  • Vorflut Eisbach, Wulka Neusiedler See
  • Grundwasser
  • Luft
  • Boden

Mögliche Auswirkungen auf die Öffentlichkeit

Erhebliche Störungen des Anlagenbetriebes könnten die Reinigungsleistung der Kläranlage so weit verringern, dass ungereinigtes, oder nur teilweise gereinigtes Abwasser, in den Eisbach gelangt. Die Hauptbelastung des Vorfluters ist durch deren sauerstoffzehrende Eigenschaften bedingt. Ein Mangel an Sauerstoff führt zu einer Verschlechterung der Wasserqualität und kann zu einer Überlastung des Eisbaches führen. Diese Überlastung kann zum Absterben eines Großteils der im Eisbach beheimateten Tierwelt führen.

Die Reinigung des Abwassers erfolgt hauptsächlich durch biologische Umsetzung von organischem Material in den Belebungsbecken. Einleitungen von Stoffen, die nicht biologisch abbaubar sind, bzw. die für die Biozönose (Mikroorganismen) giftig sind, können zum Absterben derselben führen und können aufgrund eines solchen Störfalls unbehandelt die Kläranlage passieren.

Bei längere Zeit andauerndem Ausfall der Kläranlage ist für den Vorfluter mit erheblichen Belastungen zu rechnen.

Maßnahmen für störungsfreien Betrieb

Durch regelmäßige Wartung und Inspektion wird Vorsorge getroffen, dass Störfälle, insbesondere Gewässerverunreinigung durch mangelhafte Abwasserreinigung oder Explosion von Faulgas-Luftgemischen nicht eintreten. Der Betrieb der Kläranlage Eisenstadt, sowie der Schlammfaulungsanlage in Wulkaprodersdorf wird von gezielt geschultem Fachpersonal gesteuert und rund um die Uhr überwacht. Sämtliche Maschinen, Pumpen und wesentliche Anlagenteile sind an ein zentrales Steuerungs- und Alarmierungssystem angeschlossen, das bei Störungen im Prozess sofort alarmiert. Alarmierungen werden am Meldeschirm in der Leitzentrale angezeigt. Wichtige Alarme werden zusätzlich per SMS an den Bereitschaftsdienst und bei keiner Reaktion desselben an alle weiteren Mitarbeiter des Abwasserverbandes weitergeleitet. Dadurch kann gewährleistet werden, dass problematische Situationen vermieden werden, bzw. sehr rasch reagiert werden kann, um Verunreinigungen des Vorfluters zu vermeiden.

Um hintanzuhalten, dass biologisch hoch aktiver Belebtschlamm in den Vorfluter abgetrieben wird, sind die Nachklärbecken, in denen der Schlamm absetzt und das gereinigte, klare Wasser abgeleitet wird, mit Messeinrichtungen ausgestattet, die bei überschreiten eines kritischen Schlammspiegels automatisch das Betriebspersonal alarmieren, welches ausreichend geschult ist, notwendige Maßnahmen zu setzen.

Bei gravierenden Störfällen, werden zusätzliche Maßnahmen gemeinsam mit den Organisationen der allgemeinen Katastrophenhilfe gesetzt. Grundlage für die Vorgangsweise im Störfall ist die Dienstanweisung der Kläranlage.

Sollte trotz aller Vorsorgemaßnahmen, die seitens des Kläranlagenbetreibers gesetzt wurden ein Störfall eintreten, erfolgt die Warnung der Bevölkerung in Zusammenarbeit mit den für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

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